Wo ist unsere Vielfalt hin?

Wir sind entzückt über die Vielfalt von Wiesenblumen auf einer mageren Alpwiese. Sind entzückt über die unterschiedlichen Wassertropfen die an unserem Fenster perlen. Wie schön finden wir die Vielfalt herbstlicher Farben in den Laubbäumen. Und wie sehr mögen wir das unterschiedliche Flackern jeder einzelnen Kerze zur Adventszeit. Als Betrachter der Natur schätzen wir sie. Die Vielfalt. Wir fordern sie gerade zu. Stellen unterschiedlichste Pflanzen in unsere Räume und Gärten. Wollen im Zoo möglich viele verschiedene Tierarten bestaunen. Gegenüber uns Menschen stellen wir sie in Frage. Nein: wir verachten sie meist gar. Wir zeigen auf sie mit dem Finger. Wir prangern sie an. Subtil teils. Teils auch offenkundig vernichtend.

Vielfalt

Wir Menschen sind so unterschiedlich wie es die Wiesenblumen sind. Unsere Meinungen sind so vielfältig wie es die Wassertropfen sind. Jeder von uns ist wie eines dieser rot-orange-gelb-braun leuchtenden Herbstblätter. Und keiner ist gleich. Diese Vielfalt schwindet. Nicht im eigentlichen Sinne. Denn die Vielfalt an Sein und Leben ist täglich spürbar. Doch sie schwindet im Sinne von gelebter Ignoranz, Arroganz und Respektlosigkeit.

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Ich, die Egoistin

Ich, die Egoistin. Ein gewagter Satz. Ein provokanter Satz. Und doch kann ich ihn niederschreiben, im Wissen, dass wenn man mir die Zeit schenkt, diesen Satz zu erläutern, die einen oder anderen mich in dieser Aussage verstehen. Ich, die Egoistin.

Egoist

Es läuft nicht wenig zur Zeit. Viele kennen das. Auch wenn man sich  im klassischen Sinne dem Weihnachtstrubel entzieht, so schleicht das Jahresende nicht ohne Spuren an einem vorbei. Dies und das. Hier und dort. Alle wollen was. Jeder tut was. Alle Jahre wieder quasi. Ich muss allerdings sagen, ich habe keinen Weihnachtstrubel. Ich habe keinen Weihnachtsstress. Dem kann ich mich immer wieder gut entziehen. Was ich allerdings habe ist, Müdigkeit. Erschöpfung. Ein sich temporeich drehendes Hamsterrad, das ich einfach nicht zu verlassen vermag. Das hat weder was mit Advent noch mit Weihnachten noch mit Jahresende zu tun. Das Timing der Erkenntnis hat sich einfach zufällig auf den Dezember gelegt.

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Fernweh, ich bade in dir

Liebes Fernweh, du lässt meinen Bauch sich verkrampfen. Machst mein Herz schwer. Du schickst meine Gedanken auf Reisen. Ich glaube das Meer zu riechen, das Salz zu schmecken, die Weite zu sehen. Liebes Fernweh, ich bade in dir. Lasse mich total auf dich ein und wiege mich im sentimentalen Schmerz. Wünsche mich weg und liebe es gleichzeitig genau hier wo ich bin. Denn ich liebe es dort und ich liebe es hier.

Fernweh

Waiinu Beach – Nordinsel – Neuseeland

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Gemüsepfanne für Eilige

Wer kennt das nicht: keine Zeit und doch klopft der Hunger unaufhörlich an die Magenwand. Fast Food im klassischen Sinne kommt weniger in Frage, da eher ungesund. Aber wie sieht’s aus mit einer Gemüsepfanne für Eilige? Zwei, drei Handgriffe und ein gesundes Essen steht auf dem Tisch. Wär doch was, oder? Das Rezept das folgt, hab ich letzten Dienstag gekocht. Mein Home Office Tag. Es sollte schnell gehen, schmecken, sättigen und gut tun. Hat geklappt.

Gemüsepfanne

Gemüsepfanne für Eilige – Rezept für 1 Person:

  • 150 g Süsskartoffeln
  • 150 g Fenchel
  • 100 g frischen Spinat
  • 50 g Vollkorn Couscous
  • 1 TL Currypulver oder  1/2 TL Currypaste
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 EL Sonnenblumenkerne oder Kerne nach Wahl
  • Himalayasalz und Pfeffer
  • Öl zum Anbraten (z.B. Ghee, Kokosöl oder High Oleic Bratöl)

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Kinderschutz Schweiz – Starke Ideen

Es ist eine Kampagne die mir am Herzen liegt. Die mir wichtig ist. Die mich berührt. Die Kampagne „Starke Ideen“ der Stiftung Kinderschutz Schweiz. Erziehung ist emotional. Erziehung ist ergreifend. Sie ist erfüllend aber auch fordernd. Und oft fordert sie die Grenzen der Machbarkeit heraus. Wohl sehr häufig. Denn es zeigt sich, dass Gewalt in der Erziehung Alltag ist. Oft. Zu oft.

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Mit saftigem Kürbisbrot durch den Herbst

Ihr wisst ja, im Backen bin ich keine grosse Heldin. Damit meine ich das Backen von klassischen Torten, Gebäck und Kuchen. Liegt wohl auch daran, dass ich es nicht sehr gerne esse. Was ich aber unglaublich gerne mache, sind sogenannte „loafs“. Im Deutschen gibt’s dafür kein wirklich passendes Wort. Ich kann das Rezept ja schlecht Kürbislaib nennen. Brot ist zwar auch nicht wirklich treffend, Kuchen aber schon gar nicht. Deswegen nenn ich das Loaf halt doch „Kürbisbrot“, auch wenn’s mit einem klassischen Brot nicht direkt in Verbindung gebracht werden kann.

Kürbisbrot

Das Rezept ist eigentlich fertig – eigentlich. Ja was soll denn das bitte. EIGENTLICH? Es ist so: ich möchte es euch gerne zeigen, bin aber erst zu 99% damit zufrieden. Es schmeckt gut, es riecht gut, die Textur ist gut. Aber ich glaube, ich kann es noch verfeinern und bald hab ich dann das 100% Rezept. Trotzdem schreibe ich euch hier das 99% Rezept mal auf, denn die Veränderungen für den Feinschliff werden wohl minimalst bleiben. Und weil im Moment gerade super Kürbiszeit ist, probiert’s doch auch mal aus. Und wie ihr mich kennt: Freestyle ist immer willkommen. Wenn ihr Ingwer oder Muskatnuss nicht mögt – einfach weglassen. Das Kürbisbrot wird daran nicht scheitern.
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Der Boden kommt zurück

Kann man einen Moment als den Tiefpunkt bezeichnen? Als den Moment, an dem man jeglichen Sauerstoff verbraucht und alle Energie verbrannt hat? Ich denke ja. Ich denke dass jeder solche Momente kennt. Tiefpunkte kommen und gehen. Es gibt nicht den ultimativen Tiefpunkt. Den Gravierensten, den Brutalsten. Obschon man sie wohl rückblickend in Ranglisten einteilen könnte – tut man wohl aber nicht. Denn der Tiefpunkt, in welchem man sich akut befindet, fühlt sich schlimm genug an, um ihn furchtbar zu empfinden. Und so fühlt sich der plötzliche Boden unter den Füssen dann wiederum sehr hoffnungsvoll an. Nach dem haltlosen freien Fall ist da etwas, an dem man sich wieder abstossen kann. An dem man sich nach oben stossen kann. Der Boden kommt zurück. Ich bin froh.

Copal

Und wenn der Boden zurück kommt, da kommt auch auf einmal diese Kraft hervor, sich Dinge anzueignen, die diesen Boden unterstützen. Ihn stabil halten. Dass das fragile Etwas nicht in’s Wanken gerät – so neu ist er doch, der zurück gewonnene Untergrund. und was tue ich, wenn mich die Kraft wieder aufstellt? Ich glaube an die Macht der eigenen Energie, des Wollens und des Könnens. Das in jedem von uns schlummert. Doch manchmal braucht es eben etwas, dass alles ein wenig unterstützt. Dass gut tut.

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