Der Magen – FOOD MOVEMENT Kolumne

Food Movement
Fenchel und Hopfen

Denken wir eigentlich viel darüber nach, ob unser Magen sich darüber freut, was wir ihm präsentieren? Ob er mit Enthusiasmus mit isst oder ob er sich anderes wünscht? Schenken wir ihm genügend Aufmerksamkeit oder nehmen wir seine Arbeit und Funktion schlichtweg als selbstverständlich an? Die Oktober Kolumne „Wie ich neulich hörte… Naturheilkundiges von Fiorina“ beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Magen und seiner Nahrungsaufnahme. Viel Spass beim Lesen.

Ins kalte Wasser geworfen – wenn unser Magen überrumpelt wird.

Keiner von uns mag es, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Es bedeutet «unvorbereitet sein», «überrascht werden», «nicht damit rechnen». Ab und zu vertragen wir es, so zum Beispiel, wenn wir uns einer Herausforderung gestellt sehen, die uns anspornt oder neugierig macht. Meistens aber empfinden wir es einfach als unangenehm.

Dies würde uns unser Magen wohl auch des Öfteren gerne sagen. «Könntest du mich bitte nicht so überrumpeln?» Das eiskalte Getränk aus dem Kühlschrank, der Imbiss im Gehen, hier schnell einen Snack geknabbert und da den heissen Latte oder Espresso runtergestürzt. Das mag er nicht, der Magen. Oder werden wir gerne in der Früh mit einem Eimer kaltem Wasser geweckt, dass uns jemand über den Kopf giesst? Eher nicht.

Gut, der Vergleich ist jetzt wohl etwas gesucht, aber meine Nachricht ist: wir sollten unserem Magen Bescheid geben, dass er etwas zu essen bekommt. Wir sollten ihm die Möglichkeit geben, sich darauf vorzubereiten, um seine Arbeit bestmöglich zu verrichten. Dies tun wir oft nicht und es ist kein Wunder, sind Symptome wie Sodbrennen, Magenkrämpfe, Magenschleimhautreizungen oder Krankheiten wie Gastritis weitverbreitet in unserer Gesellschaft. Einerseits stören wir die Produktion von Magensäure durch unsere hochtourige Lebensweise, andererseits überstrapazieren wir die Magenschleimhaut mit einer suboptimalen Ernährung und übermässigem Genussmittelkonsum. Ein Ungleichgewicht zwischen Magenschleimhaut und Magensäure hat leider oft zur Folge, dass Magengeschwüre entstehen und im schlimmsten Fall chronisch werden und Folgeerkrankungen mit sich ziehen.

Magen
Fenchel und Hopfen

Oftmals bekommen Menschen mit Magenproblemen keine zufriedenstellende Diagnose. Das heisst, es liegt keine Organkrankheit vor, wie zum Beispiel Magenkrebs, Gastritis, Gallensteine oder Ulkuskrankheiten (Defekte der Schleimhaut). Diesen Patienten wird dann mitgeteilt, sie leiden unter einer funktionellen Dyspepsie. Eine funktionelle Dyspepsie kann folgende Symptome zeigen:

  • Völlegefühl
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Krämpfe im Magenbereich
  • Übelkeit
  • Schluckauf
  • Frühzeitiges Sättigungsgefühl
  • Blähungen

Ich masse mir hier nicht an zu sagen, dass ich die Ursachen dieser oft diffusen und schwer zu diagnostizierenden Symptomen kenne. Jedoch gibt es Faktoren, die den Magen reizen und aus dem Gleichgewicht bringen können. Und es gibt auf der anderen Seite Faktoren, die den Magen und seine Funktionen unterstützen und schützen können. Wenn wir uns also vornehmen, unseren Magen nicht mehr so zu überrumpeln, können wir dem einen oder anderen Symptom vielleicht Linderung schenken.

Was der Magen mag:

Eine Tasse warmen Tee vor jeder Mahlzeit
Teemischungen aus Fenchelfrüchten, Anis, Kreuzkümmel und Kümmelfrüchten regen die Magensäfte an und bereiten ihn auf die Nahrungsaufnahme vor.

Gewürze
Salz und Pfeffer sind oft die einzig verwendeten Würzmittel. Dabei können Gewürze ungemein schmackhaft und zudem verdauungsfördernd sein. Zimt, Muskatnuss, Anis, Galgant, Kardamom, Ingwer, Paprika, Oregano, Thymian – die Liste ist lang.

Bitterstoff-Tinktur
Eine Mischung aus Gelber Enzian, Wermut, Engelwurz und Kalmus unterstützt die Sekretion der Verdauungssäfte und stärkt zudem Leber und Galle. Oft bieten Drogerien und Apotheken Hausmischungen an, welche passend zu den Symptomen wirken. Jeweils vor jeder Mahlzeit 3 Tropfen mit wenig lauwarmem Wasser einnehmen.

Bauchatmung
Auch der Magen mag es, wenn er etwas von unserer bewussten Atmung abkriegt. Deswegen immer wieder tief in den Bauch einatmen und ruhig ausatmen.

Gelöste Konflikte
Nicht umsonst sagt man «es liegt mir etwas auf dem Magen». Konflikte aktiv beseitigen und Emotionen nicht runterschlucken. Ungelöste emotionale Belastungen mag der Magen nicht.

Langsames Essen
Dazu gehört das richtige Kauen von angemessenen Mundportionen, das ruhige Sitzen und wenn möglich ohne Ablenkung durch Medienkonsum und keinem Herunterschlingen im Gehen.

Was der Magen nicht mag:

  • Eiskalte und sehr heisse Speisen und Getränke
  • Stress und Hektik
  • Über das Sättigungsgefühl hinaus essen
  • Fettreiche Speisen
  • Ein Übermass an kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee, Zucker, Alkohol, Nikotin
  • Emotionale Belastungen

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