Wenn da ein Hoch ist.

Es scheint mir, als hätten wir nebst dem tatsächlichen Neumond, gerade mal eben auch eine Gewitterfront, dazu kommt spontaner Hagel kombiniert mit Donnergrollen, leichtem Graupelregen und Glatteis in allen Lagen. Aber irgendwie hab ich doch ein Hoch. Ein Energie Hoch. Ein Gedulds Hoch. Ein Verständnis Hoch. Wäre ich nicht mich selber, ich würde mich beneiden. Toll! Einfach toll!

Napoleon

Fräulein Flunker lebt momentan im moderat-unspektakulären Bereich. Sie ist weder fordernd noch hinterfragend und auch nicht aufsässig. Man könnte es neutral nennen. Mein Napoleon allerdings hat mal wieder so ’ne Phase. Die Phase ist echt fordern. Es grenzt an folternd. Mir gegenüber und dem Papa gegenüber. Alle anderen bleiben verschont oder bekommen nicht mal etwas davon mit. Aber trotz all den wahnsinnig anstrengenden Momenten zur Zeit, hab ich tatsächlich ein Hoch. Ich hab eine Engelsgeduld, wiederhole mich im gleichen flötenden Ton sechs bis sieben mal, bin kompromissbereit. Manchmal mach ich sogar „Bauchpinselei“ mit extra süssem Honig – und flippe nie aus. NIE. Ich werde nach 20 Minuten Getrotze höchstens bestimmend und gezielt lauter. Wiederhole die Grenze und erkläre die Regel. Punkt. Und alles immer noch mit dieser Engelsgeduld. Woher kommt die? Ich bin für diese Eigenschaft weniger berühmt, bin ich doch eher temperamentvoll und emotional. Ich staune ab mir selbst, finde mich total cool und würde mir selber zu meiner „easy peasy“ Art gerne gratulieren – aber das sähe komplett eingebildet aus.

Ich glaube es liegt an Folgendem: die erwähnte Phase von Napoleon ist gerade dermassen ausgeprägt und omnipräsent – ich kann das gar nicht überleben ohne mein stetiges Hoch. Ich nenne es das Napoleon-Hoch. Komme was wolle, es kann nur mit viel Optimismus überlebt werden. Optimismus und Humor. Diese Kombination und der Wille zu „ende gut alles gut“ werden es wohl sein, die mich das Ganze mit stoischer Gelassenheit annehmen lassen. Um euch das Ausmass der Phase in einem klitzekleinen Beispiel näher zu bringen, hier eine Konversation des gestrigen Tages, welche circa 8 % der gesamten Tagesfolter ausgemacht hat.

Napoleon: „Glaaaaaacccccééééééé“
Mama: „Du hattest vor fünf Minuten ein Glacé“
Napoleon: „Nein! GLACE!“
Mama: „Du hattest ein Glacé. Gerade vorhin. Zusammen mit deiner Cousine. Deine Tante kann das bestätigen.“
Napoleon: (wirft sich zu Boden und wälzt sich im Glacé-Gesang) „Glacééééééééééééé, will ich. WILL ICH!“
Mama: (guckt konsterniert zur Tante und malt ein Fragezeichen in die Luft)…
Mama: (Greift zum Telefon und ruft ihre bessere Superhälfte an) „Hallo Schatz, wie gehts?“
Napoleon: „GLAAAAAAACEEEEEEEEEEEEEEEEEEE“
Papa: „Was passiert bei euch?“
Mama: „Nur Napoleon. Er behauptet kein Glacé gehabt zu haben.“
Papa: „Oh“
Mama: „Ja oh“
Mama: (spricht zu Napoleon) „Willst du Papa sprechen?“
Napoleon: „NEEEEEEEIN, Schüsslersalz!“
Mama: „???“
Napoleon: „Nicht Papa, SCHÜÜÜÜÜÜÜSSLERSALZ!“
MAMA: Liebste Superhälfte, ich leg auf. Das bringt gerade nichts mehr. Sie will jetzt Schüsslersalze. Ich muss Schuss machen.“
Papa: „??? oh“
Mama: (hat das Telefonat beendet) „Du willst also Schüsslersalz?“
Napoleon: „NEIN! PAPA!“
Mama: „???“
Mama: „Also keine Schüsslersalz?“
Napoleon: „Ich WILL Papa!“
Mama: (nimmt das Telefon und ruft Papa an) „Sorry für die Störung, sie will dich doch.“
Mama gibt Napoleon das Telefon…
Napoleon: „ich wollte SCHÜSSLERSAAAAAAAAAAAAALZ!“
Mama und Papa: „???“
Telefonat beendet…
Mama: „Du möchtest also Schüsslersalz?“
Napoleon: „Ja!“

Ein Gedanke zu „Wenn da ein Hoch ist.

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