Ich bin müde…

Ich bin müde. Vom vielen Reden. Vom vielen Antworten, Helfen, Erklären, Ermahnen, Rufen, Schlichten. Müde. Ich bin sogar fast ein wenig melancholisch müde – traurig? Vielleicht nicht gerade traurig, aber es ging mir schon besser. Irgendwie. Liegt das an der neuen Situation mit Fräulein Flunker? Liegt es am momentanen Alter der Kinder? Liegt es an mir? Vielleicht mach ich ja was komplett falsch… Ich weiss es nicht. Ich bin einfach müde.

Mamalltag

Und weil ich müde bin, wird alles noch ein wenig kompliziertes, genervter, gereizter, schwieriger. Von aussen betrachtet stelle ich mich wohl an, wie das dritte Kind im Haushalt. Das dritte Kind, dass doch eigentlich die Regie über das Familientheater halten sollte. Diejenige, die weiss wie’s geht, die nicht emotional reagiert, die keine Ausbrüche hat und stets ruhig und besonnen reagiert – tja, wenn ich diesen Anforderungskatalog so anschauen dann bleiben mir nur diese Worte: Diesen Job mache ich momentan wirklich nicht gut genug. NICHT GUT GENUG! Und weil ich das von mir denke, werde ich noch müder. Noch trauriger. Noch melancholischer. Ich bin quasi im Begriff, mir ein eigenes Loch mit aufgefülltem Selbstmitleid zu buddeln. Grossartig. Als hätte ich sonst nichts zu tun!

Normalerweise würd ich mich aufraffen und sagen: so, Rücken durchstrecken, Kopf gerade, ein-, zweimal tief durchatmen und weiter im Takt. Aber momentan is‘ nischt mit Takt. Kein Takt, kein Rhytmus, kein geöltes Zahnradlaufen. Und weil ich mir das so jämmerlich vor die Nase halte, wird’s von mal zu mal schlimmer.

Entschleunigen. Das einzige was hilft wenn Frau Mamalltag wieder mal in die Wand fährt. Wenn Frau Mamalltag zu spät merkt, dass man halt einfach keine übermenschlichen Kräfte besitzt. Dass es Superwoman und Superman nur im Film gibt, und Zewa-wisch-und-weg nur auf den Mist der Marketingabteilung gewachsen ist. Herzlich Willkommen im wahren Leben Frau Mamalltag. Sie haben sich gerade gewaltig die Birne angeschlagen, mit Volltempo und Highspeed sind sie in die Mauer gefahren und meinen jetzt noch, dass sie die Trümmer selber aufräumen und wegputzen müssen. Dann fahren sie gleich auch noch ihren eigenen Krankenwagen, übernehmen das Nähen der Kopfwunde und verschreiben sich selber zwei Wochen Bettruhe – äh moment, nein. Frau Mamalltag würde sich ja nach der Not-OP gleich den Freibrief zum weiter rennen geben. Nichts mit Bettruhe!

Ich lerne es nie. NIE! Einfach nie. So und jetzt hör ich auf zu schreiben, ich wäre ja eigentlich zu müde. Aber eben…

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