Wie viel Zweifel braucht es?

Ich zweifle. Manchmal. Oft. Öfters. Ich zweifle ob ich dem gerecht werde, was meine Aufgabe ist. Dieser gewaltigen Lebensaufgabe, auf die ich quasi nicht vorbereitet wurde. Die in meinem Naturell liegen soll – tut. Ich zweifle weil ich liebe. Und je mehr ich liebe, umso mehr zweifle ich. Tue ich genug gut? Bin ich genug gut? Mache ich es genug gut? Wie viel Zweifel braucht es? Mama sein – manchmal zweifle ich, ob ich es so gut hinkriege wie ich gerne möchte.

Zweifel

Wer den Artikel gelesen hat weiss, ich kann eine Bärenmama sein. Wer der Anekdote meines Mannes schon mal gelauscht hat, der weiss sogar, dass ich eine bissige Stutenmama sein kann. Wohl auch eine Löwenmama und eine Tigermama. Und sicher auch eine Ameisenmama, denn manchmal stemme ich das x-fache meines Gewichtes. Und während ich stemme, trage, hochhebe und ausbalanciere zweifle ich, ob ich es genug gut tue. Warum war ich vorhin schon wieder so streng? Warum war ich vorhin schon wieder so laut? Warum musste ich jetzt das schon wieder korrigieren? Und warum konnte ich eben die fünf nicht gerade stehen lassen?

Ich zweifle – weil ich so sehr liebe. So viel Liebe in mir trage für diese kleinen Erdenbürger, dass ich aus jeder meiner Pore das Beste für sie tun möchte. Besser als das Beste. In jeder Sekunde meines Tuns. Doch wie viel Zweifel braucht es? Zweifelt jede Mama? Jeder Papa? Zweifelt ihr auch? Ich hoffe, denn sonst würde ich jetzt sofort zu weinen beginnen. Denn das Zweifeln fühlt sich immer sehr schmerzhaft an und ich hoffe, ich tue mir das nicht als einzige an, denn da wäre ich ja irgendwie gaga oder so – was ich nicht hoffe.

Denn eigentlich weiss ich ja, dass man nicht immer das Beste tun kann. Man kann auch nicht immer das Gute tun, nicht mal immer das Mittelmässige. Es gibt auch mal das weniger Gute oder sogar das Schlechte oder vielleicht  – wenn’s nicht anders geht – das Dumme. Das man bereut. Dass das mal Zweifel auslöst ist normal, sage ich mir im Nachhinein. Aber wenn ich mittendrin stecke, dann tut es einfach nur weh. Weh, dass ich denke, ob ich als Mama gut genug bin. Ob ich meinem Wichtigsten das Beste geben kann. Ich weiss es nicht. In diesem Moment zumindest weiss ich es nicht.

Und dann kommt da meine allerbeste Superhälfte, nimmt mich in den Arm, trocknet meine Tränen und sagt mit aus tiefstem Herzen: Du bist die beste Mama die ich kenne. Und die Welt dreht sich wieder.

5 Gedanken zu „Wie viel Zweifel braucht es?

  1. Jana S. sagt:

    Das Wichtigste für die Kinder ist LIEBE! Und die gibst Du Deinen Kindern, daran zweifle ich keine Minute! Ich bin überzeugt, Deine Kinder LIEBEN Dich!!!!
    Ausserdem: NIEMAND ist perfekt. Emotionen gehören zu uns Menschen, wir sind ja keine Maschinen! In diesem Sinne, CHEER UP! 😉

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