Mamapause – Papapause – Kinderpause

Wie viel Mamapause und Papapause braucht man von seinen Kindern? Reicht mal eben kurz „ich-gehe-wäsche-aufhängen…ALLEINE“ oder sich mit dem Smartphone für gefühlte 20 Sekunden auf dem Klo einzusperren, dass man gerade mal zwei von zehn Headlines erhaschen kann?Reicht das? Oder mal in der Mittagspause einfach alles stehen und liegen lassen und NICHTS tun, wenn die Kleinen schlafen – Betonung auf WENN sie schlafen! Ich glaube ich hole da mal aus und philosophiere ein wenig über’s Pausemachen…

Mamapause

Kinder haben bedeutet ja eigentlich überhaupt nicht, sie zu HABEN. Man begleitet sie, man formt sie, lässt sie Erfahrungen machen, hilft ihnen wenn sie Hilfe benötigen, unterstützt, setzt Grenzen, verfolgt konsequent Linien und liebt sie, liebt sie, liebt sie, liebt sie. All das braucht eine enorme Menge an Energie und Kraft. Gefühlte tausend Wörter spricht man pro Tag, wobei 2/3 an der Wand abprallen. Gefühlte zwölf mal reinigt man den Boden unter dem Tisch, den Tisch selbst und alles im Umkreis von drei Metern. Gefühlte acht mal am Tag muss man mahnen, streiten, Tränen trocknen, sich entschuldigen –  wobei man sich doch einfach nur lieb haben möchte. Ja es ist taff, und doch so wunderbar erfüllend und schön.

Aber Mamas und Papas brauchen Pausen – Mamapausen und Papapausen. Und damit meine ich nicht diese „in’s-Klo-einsperren“ Aktionen. Richtige Pausen, in denen es um’s Loslassen, selbstbestimmt und selbstbewusst sein geht. Meine bessere Superhälfte und ich nehmen uns diese Pausen sehr bewusst und konsequent heraus. Wir stellen uns öfters mal an erster Stelle und tun uns selber gut. Denn sagte mir doch letzten’s jemand (eine Person die sehr geerdet ist mit sich und allem um sie herum, deswegen glaubte ich das auch vom Fleck weg – bin ich ja sonst des Öfteren mal eher kritisch): Wie willst du dich um andere liebevoll kümmern, wenn du dich nicht selbst liebevoll um dich kümmerst? – Baaabummmm, wie wahr. Es bestätigte mir, dass ich im Pausemachen doch nicht so schlecht bin. Dass ich es richtig fühle, dass Zeit für mich und meine Superhälfte enorm wichtig ist für die Lebensbalance.

Viele Mamas und Papas gönnen sich kaum Zeit für sich selbst und für ihre Partnerschaft. Dabei war man als Paar doch zuerst da, hätte man total das Recht mit den Füssen zu Stampfen und den Händen zu toben und zu „täubelen“: ICH WAR ZUERST DA!!! Liebe Mamas, liebe Papas, tut euch gut, viel häufiger. Regelmässig. Denn was ganz ganz gefährlich sein kann, ist es nicht zu tun und dann nach drei Jahren zum ersten mal DAS Restaurant zu reservieren, den romantischsten Tisch, viel Kerzenlicht und das beste Outfit mit den höchsten Hacken an den Füssen. Wie soll man mit einer so grossen Erwartung an DEN Abend schon umgehen? Wie soll man dem Druck auf DEN perfekten Abend standhalten? Die Enttäuschung, wenn dann dieser eine Abend nicht gelingt, man vielleicht emotionale Gespräche führt, sogar ein Missverständnis entsteht, oder es sogar im miesepetrigen Streit endet. Dann machen die Mamas und Papas dieses Theater bestimmt nie mehr, oder vielleicht in drei Jahren wieder, wenn die Enttäuschung verwaschen ist und man es nochmals probieren will.

Nein ihr Lieben, so geht das nicht! Pausemachen sollte zum Mamalltag und Papalltag gehören wie Sport, Wäsche machen, Hobbies fröhnen, Kochen, Auto waschen oder weiss der Geier was. Traut euch ganz oft mal was alleine zu unternehmen, und belässt es dabei, dass es nicht romantisch, oder perfekt, oder das Jahrhundert-Ereignis sein muss. Schnappt euch die Fahrräder und holt euch ein Eis. Rein in die Sportklamotten und im Plauder-Tempo eine Stunde zusammen schwitzen, die Natur angucken und quatschen. Die Picknick-Decke aus dem Schrank holen, ab an den See und Finger-Food geniessen. An der Bar, mit Blick auf die Strasse ein gutes Glas Wein trinken und ein bisschen über die Passanten lästern, die da so vorbei gehen.

Mamapausen und Papapausen sind beziehungsnotwendig, lebensnotwendig, familiennotwendig. Keine Ausreden dass es zu kompliziert oder zu anstrengend ist! Ist es nämlich nicht, man muss das nur wollen, das mit dem Pausemachen. Und hab ich schon erwähnt, dass den Kindern das Pausemachen von Mama und Papa genauso gut tut? Auch unsere kleinen Knöpfe brauchen getrennten Raum von uns, wollen uns nicht immer sehen und nicht immer von uns erzogen werden. Sie beginnen das zwar erst in aller Deutlichkeit im Teenageralter zu sagen (oder auch schon früher, geprüfte Erfahrungswerte liegen mir da leider nicht vor), aber sie wollen das auch schon im Kleinkindalter. Oder habt ihr noch nie die strahlenden Augen gesehen, wenn die kleinen Mäuse mit den grossen Mädels und Jungs zehn mal mit dem Scooter um den Block fahren dürfen und wir NICHT dabei zugucken? ALSO! Hopp Hopp, babysitter-tauglichen Ersatz für Mama und Papa finden und raus aus dem Alltag. Tut gut, gibt Kraft, füllt Energiedepot auf und ist ein MUSS auf eurer zukünftigen to-do-list.

PS: hab ich erwähnt, dass das Foto oben (hui, da waren meine Haare noch meterlang) in einem kinderfreien Moment entstanden ist? In einer Mamapause mit meiner besseren Hälfte ebenfalls in der Papapause 🙂

3 Gedanken zu „Mamapause – Papapause – Kinderpause

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